Beim Flohmarkt

Flomarkt auf dem Helvetiaplatz in Zürich

Flohmarkt auf dem Helvetiaplatz in Zürich

Was du schon immer über den Flohmarkt wissen wolltest

Zu sagen, dass ein Flohmarkt ein Querschnitt der Gesellschaft abbildet, ist sicherlich übertrieben, doch als Ort der Beobachtung kann ich ihn allemal empfehlen. Insbesondere, wenn man mit knappen fünf Stunden Schlaf in den Knochen vor einer Menge an Büchern, Shirts, DVDs, CDs und Vinyl sitzt, die bis vor Kurzem noch einen halben Keller gefüllt hat und vergebens auf Kundschaft wartet. Wenn man dann realisiert, dass sich die Flanierenden so sehr für seine T-Shirts interessieren, von denen man sich schweren Herzens endlich getrennt hat, wie etwa ein Eskimo für einen Kühlschrank und der Traum vom grossen Flohmarkt-Coup in immer weitere Ferne rückt, dann hat man viel Zeit, die Szenerie und die Anwesenden etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Kurzum: das Ökosystem Flohmarkt mit dem primitiven Marktmodell und dem heterogenen Publikum (Käufer als auch Verkäufer) schien sich in dem Moment als Forschungsgebiet für eine Feldstudie bestens zu eignen. Nach einem kurzen und erfolglosen Versuch, die Themen der Soziologie-Seminare aus Unizeiten zu rekonstruieren, kapitulierte ich vor der Theorie und startete meine Spontan-Studie.

Beobachtet man die Besucher und die Verkäufer, so lassen sich auf den ersten Blick gewisse Käufertypen und Verhaltensmuster erkennen.

Käufertypen:
  1. Die Händler, die frühmorgens dort sind und fieberhaft nach Schmuck/Uhren/Edelmetall sowie Elektrogeräten von vorvorgestern Ausschau halten, um das Erworbene dann für den doppelten Preis an weiss-nicht-wer-noch-ein-nokia-ladegerät-will zu verkaufen oder nach Osteuropa zu exportieren. Die Händler fokussieren sich auf die Grünschnäbel auf dem Flohmarkt, die ziemlich keine Preisstrategie haben, was sie zu ihrem Vorteil ausnutzen. Zudem stürmen die Händler auch gerne mal den noch nicht aufgestellten Stand der überforderten Flomi-Neulinge.
  2. Die ohne Kohle, die Shirts und Turnschuhe für den Eigenbedarf, ihre Kinder oder die restliche Familie kaufen, dafür 0.50 – 2.- pro Stück bezahlen und einen mit einem schlechten Gewissen und der Einsicht zurücklassen, wie unglaublich dekadent der eigene Lebensstil geworden ist. Diese Gruppe erscheint auch schon frühmorgens und eventuell noch zum Ende des Flohmis, um beim Final-Final-Sale der materiell abgesicherten Verkäufer, die lediglich ihren Keller leeren wollen, nochmals ein Schnäppchen zu landen.
  3. Die Sammler kommen nicht all zu früh, sie sind auf der Suche nach Vinyl oder sonstigen Sammelstücken. Sie sind oft sehr introvertiert und aufgrund ihrer Gesichtsfarbe lässt sich erkennen, dass sie das Tageslicht etwa sosehr meiden wie Dracula. Lieber sitzen sie womöglich vor ihren Briefmarken oder hören ihre Platten.
  4. Dann gibt es noch die Flanierer oder Spontankäufer, sie trudeln erst gegen Mittag ein und haben keine konkreten Kaufabsichten, der soziale Faktor steht über allem.
  5. Zuletzt sind da noch die Hipster, die gerne etwas kaufen, dass cool ist, weil es dermassen abseits jeglicher aktuellen Modekonventionen ist. Nicht nicht selten hängt diese Gruppe den Flohmarktbesuch direkt an den Clubbesuch an.

Der Flohmarkt scheint jenseits ökonomischer Interessen eine Faszination auszuüben, woher kommt das? Der Flomi verkauft Erinnerungen. Diese Erinnerungen können auch solche sein, die medial vermittelt werden. Wir schwelgen also in medial vermittelten Erinnerungen (“och die tollen Siebziger ach die Sechziger waren doch so schön”). Der Flohmarkt mit seinen Waren, die man teils nicht mal mehr auf eBay findet, ermöglicht diesen Leute eine Zeitreise. Das ist etwas, das reguläre Geschäfte kaum vermitteln können, diese Nostalgie Gefühle.
Aber was ich mit Blick auf die letzte Käuferkategorie hoch interessanter finde, ist dass der Flohmarkt mit seinem Sammelsurium an Waren ein Inkubator für neue Stile sein kann. Ja, richtig, ich behaupte, dass gewisse Modeerscheinungen, mit denen Lagerfeld und co. Millionen verdienen, ihren Ursprung auf dem Flohmarkt haben. Denn im Gegensatz zu den uniformiert anmutenden Konfektionen in den Läden, findet der Modeinteressierte hier ein wild durcheinander geworfenes Angebot an ganz verschiedene Kleidern vor, abseits aller aktuellen Trends.

local heroes – interview with guy us (zh/bs – dub ex machina)

hey there! long time, i know. i hope you’re all good. today i have a special post. it’s the first interview i’ve ever done apart from university. but this time its not about socially marginalised people or demogrphic surveillances. it’s about music. bass music! i’m happy to announce my interview with guy us who is a great dj, a vinyl lover and – last but not least – a great dude!


sorry the interview is in german.

Boom Town: Hallo Guy Us, wie war dein Gig an der Fusion?
Guy Us: Es war eine tolle Erfahrung. Ich habe wohl noch nie auf so einer krassen Anlage gespielt. Ich spielte von 09:00 bis 11:00, resp. am Morgen nach der Eröffnung. Das war ganz lustig, da einige Leute gerade aufgestanden sind und andere schon die ganze Nacht durchgefeiert haben. Nach einer Stunde Spielzeit fiel jedoch der Strom für 5 Minuten aus. Diese Zeit war für mich eine gefühlte halbe Stunde. Aber es war cool! War auch toll, wiedermal im Ausland zu spielen.
BT: Was hältst du vom Auflegen im Festival–Kontext?
Guy: Ich bin der Meinung, dass man bei Festivals musikalisch breiter fahren kann als im Club. Das Publikum ist vielfältiger und es werden verschiedene Musikstile auf derselben Bühne gespielt. Am Schluss meines Sets spielte ich sogar noch Jungle.
BT: Jetzt kommt die olle Frage: Wie hast du mit dem Auflegen angefangen?
Guy: Das war im Jahre 2000, da fing ich an, dank Napster und Audiogalaxy, vor allem elektronische Musik zu sammeln. Ich ging auch schon früh an Drumm & Bass Partys und kaufte mir Decks und Platten. Bald wollte ich selber mehr öffentlich auftreten und fing an, Partys zu organisieren. Damit fingen wir dann beim Zoll Otterbach an.
BT: Du bist ja seit 5 Jahren beim OK der Jungle Street Groove, die ja ursprünglich mal eine Demostration gegen die Atomversuche von Jacques Chirac war. Was sind da eure Ziele und was sind dabei die Herausforderungen?
Guy: Wir wollen die Veranstaltung so weiterführen wie sie jetzt ist. Das heisst, Jungle Street Groove soll weiterhin eine unkommerzielle Plattform für Djs aus der ganzen Schweiz sein, bei der die musikalische Ausrichtung ziemlich breit angelegt ist. Es ist eine Parade im Zeichen elektronischer Musik und Subkultur. Wir wollen auch nicht, dass das Ganze zu offiziell wird, sondern, dass dieser Freestyle-Touch erhalten bleibt.
Das Problem ist, dass wir mit immer strengeren Auflagen zu kämpfen haben, die mit massiven Kosten verbunden sind. Wir können diesmal nicht über die Wettsteinbrücke, dafür haben wir eine längere Route herausgeholt als beim BOTS 2011 (Solitude – Kaserne, BT).
BT: Du hast dich ja Schweizweit innerhalb des Postdubstep–Bassmusik Bereichs zu einer – sagen wir mal – wichtigen Referenz entwickelt. Du spielst in der ganzen Schweiz und organisierst Partys im Cabaret in Zürich. Kannst du mir erklären, wie es soweit kam?
Ich denke, dass das unter Anderem auf die Entwicklung bestimmter Bereiche der Clubmusik während der letzten paar Jahren zurückzuführen ist. Aus dem Dubstep-Umfeld entstand eine sehr offene Musikszene. Zahlreiche ehemalige Dubstep-produzenten bewegen sich heute um die 130 bpm und decken dabei alles mögliche ab.
Gleichzeitig wurden auch bei anderen Genres die Grenzen unklarer. Auch Hip Hop ist zum Beispiel elektronischer geworden. Man kann also eine Art Konvergenz beobachten. 
Dadurch ergab sich auch für mich beim Auflegen eine neue Situation: Plötzlich spiele ich mit Leuten wie dir oder den Goldfinger Brothers, die ja ursprünglich vom Hip Hop kommen, oder mit Leuten aus der Electronica-Ecke oder mit House/Techno DJs an derselben Nacht. Bassmusik bildet so was wie eine Schnittmenge von verschiedensten Stilen und hat dadurch enorm viel Potenzial. Das Ganze ist aber auch nicht mehr so frisch, da mittlerweile auch dort sehr viel kopiert wird.

BT: Erzähl uns über deine Entwicklung vom D&B- hin zum Dubstep, resp. Post-Dubstep-Dj
 

Guy: Stagnation war auch der Grund, wieso ich mich von D&B entfernte: Irgenwann klang alles relativ ähnlich. Deshalb habe ich mich 2005 nach einem anderen Sound umgesehen. Im Plattfon, den ich für einen der besten Plattenläden der Schweiz halte, bin ich auf Labels wie Tempa und Planet Mu gestossen.
Das faszinierende an der frühen Dubstep-Szene war die enorme musikalische offenheit. Was heute unter “Bass Music” verstanden wird, ist für mich sozusagen die logische Fortsetzung von Dubstep und Grime usw.
Ein weiterer Grund dafür, dass ich schweizweit viel auflege ist, dass sich am Anfang jeder, der dabei war, irgendwie kannte. Es gab ja nur eine Handvoll Leute, die diesen Sound auflegten. Mit einigen die heute noch aktiv sind lege ich oft auf.
BT: Welcher ist dein Lieblingsclub?
Guy: Das Cabaret. Dort mache ich ja mit new.com die dub ex machina serie. Es gibt viele Orte, an denen ich gerne auflege (z.b palace, südpol, hirscheneck, reitschule etc). Am wichtigsten ist mir, dass die Anlage genug Druck hat, und die Leute wegen der Musik kommen.
BT: Danke!
check guy us

partys:
on friday, 27. @ Garage: ça claque 
on friday, September 28. @ cabaret (zh) with addison groove // http://www.dubexmachina.ch

on the web:

beautiful music for beautiful people – "country boy" by superpitcher (pic by kostas maros)

 pic by kostas maros. like it? check out more of his stuff right here
hey there! 
in april i was easy-jet-setting to berlin where, of course, i went to the infamous number-one-club-tourist-destination kater holzig (former bar 25). while i was standing and dancing beside a crowd of english, spanish, italian, south american, swiss and a couple of local visitors i suddenly heard a sinister bassline that then was supported by a catchy hook and synth lead. the track spread a threatening yet seductive atmosphere and hence caught my attention. i then found out that it was country boy by superpitcher taken from the album kilimanjaro from 2010 (released on kompakt).
stream it right here:
or download it right here:


superpitcher will do a show at hinterhof (basel) on june 29.

local heroes – mimmo & dario’s "truth" from their forthcoming album "va fanculo"

hello there!sometimes things take quite long until they’re brought into existence but when they’re finally here they’re stunning. such as the first album by mimmo & dario. italian rapper mimmo who is one third of basel based rap group tre cani and performance artist joined forces with dario rohrbach who i consider as one of basels most skilled djs when it comes to electronic music. they put together a great peace of work by chopping up lots of samples and programming limping drumpatterns. catch them this saturday at hirscheneck at their album release party.
here’s a laidback tune for you to get ready for spring called “truth”. download and enjoy!

beautiful music for beautiful people – "destiny" (featuring pional) by john talabot

                          


hello everyone, the weekend is here so let’s start it with a wonderful track by highly acclaimed spanish producer john talabot. his partner in crime this time is also-spanish producer pional who is responsible for the lovely “we’ve been waiting for you”. Together they’ve put together a beauty of a track called “destiny”.

stream it right here.



Night Birds – "Around the World" by Benoit & Sergio


Hey there! It’s 5 am and I just woke up with that song on my mind. It’s not cutting-edge but still it’s a wonderful track from the DC/Berlin based duo Benoit & Sergio. They released Tracks a.o. on DFA, Spectral Sounds and Visionquest. And now I hear the birds sing which means, I need to get some rest.

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Digital Digging – Behling & Simpsons Remix of Faith Evans "Love Like This"

Lately I was listening to the Resident Advisor Podcast Mix by Jackmaster where I heard the Behling & Simpsons Remix of Faith Evans “Love Like This”. Now I hate the original one not to mention the remix with Fatman Scoop but this one is different. The two guys from Future Boogie (Bristol) chose nice drums and a funky synth in order to make this one a groovy club tune that gets quite a bit deeper then the original.

Grab it here

Local Heroes – The Goldfinger Brothers’ Percussionfury Remix of Doubles "Tatali"

happy new year everyone!

dj la febbre and dj montes aka the goldfinger brothers from basel are two of the most skilled and restless djs i know. they’ve been organising successful clubnights and been touring switzerland and europe for quite some time now. as for their musical taste they constantly develop themselves in order to reach new sound territories within the club world.
having arrived in the field of bass music, they now bless us with their wonderful and one hundred percent danceable remix of akwaaba musics own “double” called “tatali”.

grab it right here!

don’t forget to come to nordstern jan., 20. to hear them play longside schlachthof bronx!